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Rede von Oberst Burkhard Weber Meine Damen und Herren, liebe Freunde, am Volkstrauertag gedenken wir in Stille der vielen Menschen, die in den beiden Weltkriegen und in militärischen Konflikten weltweit ihr Leben verloren haben. Dieser Tag erinnert uns an das unermessliche Leid, das Krieg über die Menschen bringt – Leid, das nicht nur in den Schützengräben und auf den Schlachtfeldern zu spüren ist, sondern auch in den Herzen der Familien und Gemeinden. Die Tatsache, dass wir hier in Split, im Süden Kroatiens, auf einem Friedhof stehen, auf dem zahlreiche deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, ist eine Erinnerung, ein Zeugnis und eine Mahnung an das Ausmaß des Krieges in den letzten hundert Jahren und an den Größenwahn, den das damalige Deutsche Reich entfesselt hat. Ich bin froh und dankbar, dass wir hier seit langem in friedlicher Koexistenz den Gefallenen gedenken können. Denn ob sie nun Angehörige der Wehrmacht oder der Bundeswehr waren, sie waren deutsche Soldaten, wie wir beide, die ihrem Land gedient haben. Heute herrscht wieder Krieg; Menschen sterben, weil Grenzen mit Gewalt und militärischer Macht verschoben werden. Mehr als 1.000 Tage sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine vergangen. Seit der Besetzung der Krim sind es über 4.000 Tage. Tausende von Tagen, in denen Menschen sterben. In denen die Menschen leiden, vor allem auf ukrainischer Seite, darunter Zivilisten, ältere Menschen und Kinder. Als Mensch hoffe ich, dass der Krieg bald endet. Als Soldat hoffe ich, dass die Lehren daraus nicht so schnell vergessen werden. Vor allem eine starke und einsatzbereite Armee ist der Schlüssel zur Sicherheit der Demokratie. In einer Welt, die nach wie vor von Konflikten und Krisen geprägt ist, müssen wir uns an diesem Tag bewusst sein, dass wir alle eine Verantwortung für die Wahrung des Friedens haben. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt hat einmal gesagt: „Es ist besser, 100 Stunden ergebnislos über Frieden zu verhandeln, als eine Minute im Krieg zu schießen.“ Die Tatsache, dass wir heute hier stehen, ist ein Beweis dafür, dass Nationen, die einst Kriegsfeinde waren, auch einen Weg finden können, eine friedliche Zukunft zu gestalten. Ich hoffe, dass wir dies alle mit all unseren Nachbarn und auch hier erreichen können. Lasst uns aus der Geschichte lernen und uns stets für eine Welt einsetzen, in der Verständnis und Menschlichkeit die Grundlage unseres Handelns sind. Vielen Dank.